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Chronik des Hauses

gastpost

Die Chronik unseres Gasthofes konnte
 bis zum Jahre 1507 zurückverfolgt werden,
das sind über 500 Jahre Geschichte !

Die Geschichte eines Hause, eines Hofes, ist immer auch ein Stück Heimat- und Zeitgeschichte, deshalb zuerst einige Worte über die Geschichte von Hirschbach.

Hirschbach verdankt seine Entstehung einem Hammerwerk, das seit dem 14.Jh schon bestand, es war ein ehemals bedeutendes Eisenwerk. Die Namen Hammerleite, Hammerschloss und die Häusergruppe Hammer bei der Kirche erinnern daran. Das dreigeschossige Schloss wird zur Zeit renoviert und wird bald wieder der Mittelpunkt des Ortes werden. Im 15.Jh saßen hier als Guts- und  Schlossherren die aus Sulzbach stammenden, später geadelten Herren von Sauerzapf.

1499 wurde Hirschbach von dem gefürchteten Ritter von Giech, einem erbitterten Feind der freien Reichsstadt Nürnberg, überfallen und angezündet. Das gotische Hammerschloss ging in Flammen auf, es wurde aber wieder erbaut.

Von 1504 – 1806 gehörte Hirschbach zur Reichsstadt Nürnberg. Die Nürnberger erwarben 1537 von der Sulzbacher Familie Sauerzapf die Burg Hauseck und errichteten hier ein Pflegamt. Hirschbach wurde von hier aus verwaltet. Im Bauernkrieg verschont, fiel die Burg jedoch dem markgräflichen Krieg 1552/54 zum Opfer. Seitdem ist nur noch die Burgruine vorhanden.
 

stichgrau

Das Bild, ein Stich um 1600, zeigt Hirschbach mit dem Hammerschloss. Rechts hinten erkennt man 2 kleine Bauernhäuser mit steilem strohbedeckten Walmdach, sogenannte Schwedenhäuser, die damals üblich waren. Die Schenckstatt, die damals schon mindestens 100 Jahre bestand, ist auf dem Bild links erahnbar.

1610 vereinigte Nürnberg das Pflegamt Hauseck mit Velden.  1627, also im 30jährigen Krieg, fielen kaiserliche Kriegsvölker im Hirchbachtal ein und raubten und plünderten. Zu dieser Zeit dürfte der Gasthof abgebrannt sein.

Im November 1635, als die Polen durch das Hirschbachtal marschierten, zündeten sie das Dorf bei der Kirche an, das Hammerschloss und der Gasthof blieben jedoch vom Feuer verschont.

1806 wurde Bayern Königreich; die Pflegämter wurden aufgelöst, die Königl. Bayer. Rentämter gegründet. Hirschbach gehört seitdem zur Oberpfalz, zum Landgericht und Rentamt Sulzbach.

Der Gasthof

In der Zeit von 1504 – 1806, also über 300 Jahre, gehörte zum Pflegamt Hauseck auch eine „Erbschenckstatt“, d.h. sie konnte innerhalb der Familie weitervererbt werden. Die jeweiligen Eigentümer, die Gastwirte, mussten dafür bestimmte Abgaben, in Geld und Naturalien, an das Pflegamt leisten. Zur Schenckstatt gehörten auch Äcker und Wiesen.
 

In einem alten Salbuch des Pflegamts Hauseck heißt es:

1507 „ Der Wirt Im Hirspach zinst jerlich Michealis 3 Schilling Pfg oder je 30 Pfg, für einen Schiling;
          8 Keß zu 6 Pfg, 1 Weck oder 15 Pfg, 1 Herbsthuhn, 1 Vaßnachthuhn und 2 frontag mit der 
         Sichel. Diese Angaben blieben über 2 Jahrhunderte nahezu unverändert. Die Namen der
         Gastwirte, 1507 (Hanns Humsl ??) noch nicht erwähnt, konnten aber ab seinem Sohn
         
1520   weitgehend festgestellt werden. Jedoch werden wir, um nicht den Rahmen zu sprengen
         nur einige erwähnen.

Einige Episoden:

1544  „Der oper Hirspach: Und hat ein erb Schenckstatt so gehört zum Schloß Hauseck in Veldner
         Obrigkeit liegend und soll veldner mass schencken und gibt kein Umgelt (= Biersteuer)“.

1630  Die Jahreszahlen in den Deckenbalken belegen das Baujahr des Gasthofes. Zu dieser
        Zeit war ein Hans Scharrer (1620 – 1670) Besitzer.

1680  muss Hans Scharpf wegen einer Zänkerei in Nürnberg Ziegelstein 1 R 30 Kzr Strafe an das
        Pflegamt zahlen (R = Gulden).

1696  In diesem Jahr kauft Andreas Raum von Vorra diesen Gasthof von Hans Scharpf für
        1000 Gulden „guter gangbarer Währung“. (Siehe Auszug vom Kaufbrief).

1774  Johann Georg Raum wird wegen zu Schulden gebrachter Malverfation (=Veruntreuung)  und
        gezeigten Ungehorsams bestraft, er muß 12 R bezahlen. Er erleidet ein eigenartiges
        Schicksal. 1775  wird er wider Willen in Kgl. Preuß. Dienste gepresst. Es war die Zeit
        Friedrich des Großen.  Die Ehefrau wurde am 03.07.1775 vom Stadt-und Ehegericht
        Nürnberg „von ihrem unartigen und treulosen Ehemann gänzlich geschieden.“ Ihr Mann soll
        sich zu dieser Zeit in Ungarn aufgehalten haben. In einem späterem Aktenstück heißt es:
        „Dem ehemal. Wirt zu Hirschbach steht es frei, seinen Aufenthalt im Vaterland zu nehmen
         und sein Stücklein Brot zu verdienen, wenn er von dem Städtchen Velden und Hirschbach
         absieht“. Der Gasthof wurde verkauft oder versteigert. Es folgen als Nachfolger die
         Familien Meyer.

1871  In diesem Jahr erscheint wieder eine neue Familie als Besitzer. Johann Georg Pürner kauft
        das Gasthaus wegen Zwangsversteigerung (Q 835).

1902  Nach dem Tod ihres Mannes übernimmt die Witwe Kath. Pürner den Gasthof und heiratet
1913  den Bruder ihres Mannes, einen Braumeister. (Zu dem Gasthof gehörte auch eine Brauerei,                    noch ersichtlich auf alten Ansichtskarten)

hochzeit


1926  übernehmen Leonhard Pürner und seine Frau Salome den Besitz. Nach dessen Tod
1939  führt die Witwe den Gasthof weiter.

1942

Den Gasthof hatten somit in Besitz:

mehrere Familien für kürzere Zeit,
die Familie Raum 78 Jahre, in 3 Generationen,
die Familie Meyer 95 Jahre, in 3 Generationen und
die Familie Pürner 86 Jahre, in 4 Generationen.

1630

Deckenbalken im Gastzimmer

Diese Aufnahme entstand im Jahr 1942. Sie zeigt den Gasthof mit der damals zehnjährigen Linde. Dieser Baum spendet heute dem Biergarten einen natürlichen Schatten.

1950  übernehmen Adolf Zuber und seine Ehefrau Eliese geb. Zeltner den Gasthof.

Das Haus wurde  laufend renoviert. Dabei wurde auf einem Deckenbalken in der Gaststube die Jahreszahl 1630 freigelegt, im I. Stock ist nochmals die Jahreszahl im Deckenbalken vorhanden.
Der alte Gewölbekeller dient nun als Bierkeller.

Mit Sicherheit besteht der Gasthof schon seit 1507. Aber vielleicht gab es die frühere Schenckstatt schon im 15.Jh, als das Hammerwerk schon bestand. Das Wirtshaus hatte wohl seine Kundschaft in den Arbeitern des Hammerwerks und der Papiermühle, die 1581 eingerichtet wurde. Die Wasserzeichen der Papiere zeigten das Hammerwerk, die Papiermühle und den Schwarzen Brand. Darauf mag sich der Reim beziehen, den man noch in den 1930er Jahren hörte:

                                      „ Dahint bin i füri vom Schwarzen Papier,
                                      wann alle Leut essen, dann kochen erst mir“.


                                                                                                        Helmut Raum

2000  stirbt Eliese Zuber, 35 Jahre nach dem Tod ihres Mannes.

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Wir bemühen uns, dass Erbe unserer Eltern in ihrem Sinne weiterzuführen. Auch sind wir uns der Verantwortung, die solch ein altes Haus mit sich bringt, bewusst und es ist unser Bestreben die Substanz dieses Hauses zu erhalten.

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Die Mittelbayerische Zeitung
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(C) 2014 Gasthof Goldener Hirsch, Tel. (09152) 98 63 00, Fax (09152) 98 63 01 e-Mail: gasthof@goldenerhirsch.de
Zuletzt aktualisiert von Jürgen/Günther Zuber am Samstag, 9. September 2017